IFRS 9 und AnaCredit


IFRS 9 – der neue Standard

Als neuer Standard für Rechnungslegung für Finanzinstrumente ersetzt IFRS 9 den alten Standard IAS 39.

IFRS 9 wurde im Juli 2014 in der finalen Version veröffentlicht und soll ab 1. Januar 2018 eingesetzt werden. IFRS 9 ist gegliedert in drei Phasen:

  1. Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten,
  2. Wertminderung und
  3. das Hedge Accounting.

Die Herausforderungen für die Umsetzung dürften v.a. in der Phase 1 und 2 liegen. Insbesondere die neuen Impairment-Regeln wurden breit diskutiert. Finanzinstrumente müssen nun als „performing“, „under-performing“ oder „non-performing“ eingestuft werden. Die Wahl der Kriterien für Bewertung und Übergänge bedarf genauer Überlegung, um den Anforderungen Ihres Risikomanagements gerecht zu werden.

AnaCredit – Was bedeutet das?

AnaCredit steht für Analytical Credit Datasets. Dahinter verbirgt sich eine neue Anforderung der Europäischen Zentralbank (EZB) im Bereich des Meldewesens. Ab September 2018 sollen granulare Kredit- und Kreditrisiko-Daten erhoben werden.

Die Anforderungen gehen deutlich über das deutsche Millionenkreditmeldewesen nach dem KWG hinaus. Perspektivisch soll AnaCredit zu einer europaweiten Harmonisierung des Kreditmeldewesens führen.

IFRS 9 und AnaCredit in einem IT Projekt

IFRS 9 und AnaCredit haben einige Schnittpunkte. Zu den von AnaCredit abgefragten Daten gehören Einstufungen nach IFRS 9. Die für IFRS 9 verwendeten Daten werden auch für AnaCredit benötigt.

Die Kombination beider Implementierungen scheint nur natürlich und wird Kreditinstitute dabei unterstützen, einen stabilen und effizienten Workflow zu erstellen.

Sparen Sie Zeit sowie Aufwände und generieren Sie frühzeitig nachhaltigen Mehrwert für Ihr Unternehmen.

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Whitepaper: AnaCredit, LoanExposure und IFRS9
(AnaCredit, IFRS 9, PD Schätzungen)

Am 12. Mai 2017 veröffentlichte die Europäische Bankaufsichtsbehörde (EBA) Ihre finalen Richtlinien zur Regulierung von IFRS 9 und die dazugehörigen Regelungen im Kreditrisiko. Die Anwendung von Übergangsregelungen für IFRS 9 sind dabei als obligatorisch anzusehen. Es besteht die Möglichkeit, dass Kreditinstitute die volle Wirkung von IFRS 9 und die dazugehörigen Regeln bereits am 1. Januar 2018 (ohne Übergangsregelungen) einsetzen. Allerdings ist es nicht möglich später Übergangsregelungen anzuwenden, wenn zunächst entschieden wurde, sie vorher nicht anzuwenden. Darüber hinaus wird es von größter Bedeutung sein, dass die finale nationale Gesetzgebung die Verwendung dieser Option anbietet. Der erste Entwurf wird voraussichtlich im Jahr 2019 erwartet, während IFRS 9 bereits am 1. Januar 2018 in Kraft tritt. Obwohl die EBA diese disruptive Regulation erkannt hat, weil der Vorschlag der Europäischen Kommission in die umfassendere CRR-Überprüfung aufgenommen wird, ist es notwendig, dass der Gesetzentwurf rechtzeitig abgeschlossen wird. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Einschätzung der EBA die Auswirkungen im ersten Jahr nicht vollständig neutralisiert, und unter Berücksichtigung der Ergebnisse der ersten EBA-Folgenabschätzung von IFRS 9 ist die EBA der Ansicht, dass eine stufenweise Übergangszeit von vier Jahren angemessen ist (80% im Jahr 2018, 60% im Jahr 2019, 40% im Jahr 2020, 20% im Jahr 2021 und 0% darüber hinaus).

Die nationalen Aufsichtsbehörden haben nun seit dem 12. Mai 2017 insgesamt zwei Monate Zeit Ihr Einverständnis zu erklären.

 

Ihr Ansprechpartner zum Thema:

Stephan Tilch

Telefon: +49 160 934 84 823

Mail: stephan.tilch@cva-services.eu

Stephan Tilch

 

Stephan Tilch war maßgeblich an der Erstellung des Whitepapers der CVA Services GmbH zum Thema AnaCredit und IFRS 9 beteiligt. Er entwickelte Algorithmen zur PD-Schätzung (Probability of Default) aus Datenpools für Kredite. Herr Tilch ist Physiker und arbeitete unter anderem am CERN. Zudem ist er Diplom-Theologe und gehört der neuen Generation von Risikomanagern an, die quantitative Modelle und Operational Risk in der Finanzindustrie verbinden.