OpRisk – Back to Basics


OpRisk Basel IV – Back to Basics

Am 7. Juni 2017 hat die EBA Entwurfsvorlagen für den aufsichtlichen Überprüfungs- und Überwachungsprozess (SREP) veröffentlicht. Diese enthält Vorlagen für Kredit- und Marktrisiken sowie für operationelle Risiken gestützt auf den Definitionen aus Basel II und der Kapitaladäquanzverordnung (CCR). Ebenso werden Daten bzgl. Verhaltensrisiken (conduct risk) sowie Risiken der Informations– und Kommunikationstechnologie (ICT) abgefragt, welche künftig unter SREP als operationelle Risiken behandelt werden. Die hier erhobenen Daten sollen dann zur Überprüfung der OpRisk-Strategien und ihrer Identifikation, Bewertung, Überwachung und Dokumentation von Risiken sowie des Business Continuity-Prozesses für den SREP-Ansatz dienen.

Always in Control – Prävention im Fokus von OpRisk

 

Da OpRisks zwar durch das Tagesgeschäft verursacht werden, jedoch Schadensfälle vieler OpRisks-Kategorien, wie internem Betrug, erhebliche Schäden verursachen aber nur selten auftreten, ist die Dokumentation und Früherkennung von potentiellen Gefahren durch interne Kontrollen enorm wichtig. Die CCR definiert OpRisk als „Risiko von Verlusten, die durch die Unangemessenheit oder das Versagen von internen Verfahren, Menschen und Systemen oder durch externe Ereignisse verursacht werden, einschließlich Rechtsrisiken“. Ein Ansatzpunkt um ein Frühwarnsystem für OpRisks zu definieren sind demnach die Geschäftsprozesse der Bank. Für ein funktionierendes Frühwarnsystem müssen die Risiken zu jedem Zeitpunkt evaluierbar sein. Um dies zu erreichen sind strukturierte Dokumentationen unausweichlich. Die Firma Top Tactical hat sich ausgiebig mit diesem Thema auseinandergesetzt und ein Prozess-Management Tool (P.R.E.S.T.O.) entwickelt, welches dynamisch Prozesse analysiert und anhand von definierten Kennzahlen wie z.B. Key Performance Indicators (KPI) Risiken identifiziert und dokumentiert.

 

Messansätze – AMA vs. SMA

Kreditinstitute haben generell drei Möglichkeiten um die Eigenkapitalhinterlegungsvorschriften nach CCR zu berechnen: der Basisindikatoransatz (BIA); der Standardansatz (TSA), einen fortgeschrittenen Messansatz (AMA). Der BIA und TSA sind stark vereinfachte Modelle, welche alleinstehend nur selten zur Anwendung kommen. Da es eine Vielzahl von interne Modellierungspraktiken für OpRisks unter den Kreditinstituten gibt und der AMA komplex in seiner Anwendung ist, steht der AMA bei Banken stark in der Kritik. Das BCBS schlägt einen neuen Ansatz vor, welcher die Probleme der risikogewichteten Kapitalverhältnisse lösen soll – der Standardisierte Messansatz (SMA).

 

Ihr Ansprechpartner zum Thema:

Lucas Schruff

Telefon: +49 176 845 043 68

Mail: lucas.schruff@cva-services.eu

Lucas Schruff

 

Lucas Schruff ist unser Experte im Bereich Operational Risk. Er war maßgeblich an der Produktentwicklung des OpRisk Moduls der Software P.R.E.S.T.O. von TOPP Tactical Intelligence beteiligt. Er übernahm hier das Anforderungsmanagement zur Implementierung des SMA. Herr Schruff ist Mathematiker und hat zudem einen Master of Science in Management, Business and Economics. Neben dem Thema OpRisk hat Herr Schruff Erfahrungen im PMO Umfeld bei einer großen deutschen Bank sammeln können und unterstützt unsere Kunden im Lean Management und der Projektsteuerung bei der Umsetzung regulatorischer Vorgaben.